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Donnerstag, 02-03-2017

Winterdepression

Die Winterdepression tritt nur in der dunklen Jahreszeit auf und ist im Gegensatz zu anderen Depressionsformen recht selten. Das mag überraschen, denn fast jeder kennt die Symptome im Winter, wenn man sich antriebslos, müde, schlapp und deprimiert fühlt.

Hinzu kommt der Heißhunger auf Süßigkeiten und die unangenehmen Folgen einer Gewichtszunahme. Doch in den meisten Fällen handelt es sich um eine wesentlich leichtere Form der Winterdepression, dem sogenannten Herbst-Blues.

Symptome einer Winterdepression

Im Gegensatz zum Herbst-Blues geht eine echte Winterdepression häufig mit sozialem Rückzug und der Vernachlässigung der eigenen Person einher. Das bedeutet, dass eventuell die Hygiene, das Einnehmen von regelmäßigen Mahlzeiten und ähnlichem vernachlässigt wird. Weitere Symptome sind:

  • Heißhunger auf Süßes, besonders Schokolade
  • Antriebs- und Lustlosigkeit
  • Tagesmüdigkeit mit erhöhtem Schlafbedürfnis
  • Gereiztheit
  • Traurigkeit
  • Teilweise oder gänzlicher Verlust der Arbeitsleistung

Hier ist gut zu erkennen, dass die Winterdepression schwerwiegender ist, als eine übliche Verstimmung in der Winterzeit. Wer solche Symptome bei sich feststellt, sollte nicht versuchen, sich selbst zu therapieren, sondern unverzüglich den Hausarzt aufsuchen.

Ursachen der Winterdepression

Da die Wintertage kürzer sind und weniger Tageslicht vorhanden ist, wird davon ausgegangen, dass dadurch eine Unterversorgung des Gehirns mit Serotonin entsteht. Serotonin ist ein wichtiger chemischer Botenstoff, der im Gehirn dafür Sorge trägt, dass Nervensignale weitergeleitet werden. Mit bestimmten Medikamenten, die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer genannt werden, oder kurz SSRI, kann die Serotoninwirkung im Gehirn positiv beeinflusst werden.
Das Gehirn versucht sich bei einem Serotoninmangel auch selbst zu helfen. Hier kommt der bekannte Heißhunger ins Spiel, denn Zucker und Phenole helfen dem Gehirn, ausreichend Serotonin bereit zu stellen. Phenole sind in Schokolade enthalten. Je höher der Kakaoanteil in der Schokolade ist, desto mehr Phenole sind enthalten. In diesem Fall kann Schokolade ein prima „Heilmittel“ sein, jedoch reichen wenige Stückchen oder ein Riegel am Tag schon aus.

Stimmung und Licht

Die Menge des Tageslichts wirkt sich auf die Stimmung aus. Die medizinische Erklärung ist dafür, dass die Netzhaut der Augen, auf die das Tageslicht trifft, über Nervenverbindungen mit der Zirbeldrüse kommuniziert. Fällt nun durch die kürzeren Wintertage weniger Tageslicht auf die Netzhaut, reagiert die Zirbeldrüse auf den Mangel mit einer dauerhaften Ausschüttung von Melatonin.
Das Melatonin ist ein wichtiges Hormon, das für die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig ist. Wird nun zu viel Melatonin ausgeschüttet, gerät der Hormonhaushalt durcheinander, was zu Antriebslosigkeit, Verstimmungen, Gereiztheit und Müdigkeit führen kann.

Wie wird die Winterdepression behandelt?

Neben der medikamentösen Therapie mit SSRI, können Lichttherapie und/oder Psychotherapie bei einer Winterdepression gute Erfolge erzielen. Bewährt haben sich auch die kognitive Verhaltenstherapie und Naturheilmittel. Wann eine Behandlung mit Naturheilmittel angezeigt werden kann, lesen Sie bitte in dem Abschnitt „Natürliche Mittel bei depressiven Verstimmungen“.

Vorbeugende Maßnahmen

Schon bei den ersten Anzeichen einer Winterdepression, sowie beim harmloseren Herbst-Blues kann jeder mit einfachen Mitteln Schlimmeres vorbeugen.

  • Frische Luft und Bewegung gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, ganz gleich, ob es kalt ist oder die Sonne nicht scheint. Der tägliche Spaziergang oder sportlichere Aktivitäten im Freien sollten zum täglichen Programm gehören. Selbst wenn der Himmel grau und bedeckt ist, entsteht mehr Tageslicht als bei künstlichem Licht. Zusätzlich hält Bewegung den Kreislauf in Schwung und gleicht kleine Ernährungssünden durch Weihnachtsgebäck und Co. prima aus. Wichtig ist, dass die Bewegung Spaß macht. Ob nun Nordic Walking, Joggen, Radfahren oder einfach nur Spazierengehen – Hauptsache Bewegung, frische Luft und so viel Tageslicht wie möglich.
  • Eine Lichttherapie mit einem Lichtgerät lässt sich ebenfalls selbst durchführen. Die Behandlung dauert täglich zwischen 30 Minuten (angezeigt bei 10.000 Lux) und 2 Stunden (bei 2.500 Lux). Je höher die Lichtstärke des Gerätes ist, umso kürzer die Behandlungszeit. Zum Vergleich: Die natürliche Lichtstärke an einem Sommertag kann bis zu 100.000 Lux betragen.
  • Soziale Kontakte heben die Laune und sollten nicht vernachlässigt werden.
  • Zeit für sich einplanen für kulturelle Unternehmungen, Wellness z.B. Massage, Entspannung, Sauna.
  • Ein Hobby bringt Freude in den Alltag und sorgt für einen Ausgleich zum Beruf.
  • Bananen und dunkle Schokolade machen glücklich. Die Inhaltsstoffe setzen im Körper Glückshormone frei. Aber auch hier gilt: Immer nur in Maßen.
  • Dass Farben und Gerüche die Stimmung heben können, ist allseits bekannt. Spüren Sie den Herbst-Blues, dann bringen Sie Farbe in ihre Wohnung oder schaffen Sie mit Düften eine angenehme Atmosphäre, die Ihnen gut tut. Das gleiche gilt für Aromabäder, duftende Kräuter und Blumen.

Natürliche Mittel bei depressiven Verstimmungen

Wer schon unter einer Winterdepression oder einer anderen Form von Depression leidet, sollte immer den Arzt aufsuchen und sich in Behandlung begeben. Eine Selbstmedikation mit natürlichen Heilmitteln kommt nur bei leichten Verstimmungen in Betracht.

Ein bewährtes Mittel ist das Johanniskraut. Johanniskraut-Präparate sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, können aber auch vom Arzt verschrieben werden.
Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend, jedoch nur nach einer längeren und regelmäßigen Einnahmedauer. Als Nebenwirkung kann sich eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut zeigen, daher sollten während der Einnahme auf ausgiebige Sonnenbäder oder Solarienbesuche verzichtet werden. Wer weitere Medikamente zu sich nimmt, sollte vorher mit seinem Arzt absprechen, ob es eventuell zu Neben- oder Wechselwirkungen kommen kann.

Kräutertees können ebenfalls hilfreich sein. Beispielsweise eine Teemischung aus Melisse, Hopfen, Johanniskraut und Baldrian. Ein Tee aus Lavendelblüten beruhigt und fördert den Schlaf, ebenso ein Lavendelkissen neben dem Bett.


Donnerstag, 2011-10-20 11:04 Alter: 5 Years

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